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GmbH vs. UG in Deutschland: Gründungskosten und Steuerbelastung vergleicht

June 21, 2026 • By Investor Sam

Die Wahl zwischen einer GmbH und einer Unternehmergesellschaft (UG) ist für jeden Gründer entscheidend. Die UG ist billiger zu gründen, aber ist sie auch wirtschaftlich sinnvoll? Die GmbH kostet mehr, bietet aber größere Flexibilität und Ansehen. In diesem Guide vergleichen wir beide Formen objektiv: Gründungskosten, laufende Gebühren, Haftung, Steuern und wann welche Form sinnvoll ist.

Was ist GmbH und was ist UG?

GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung): Eine GmbH ist eine Kapitalgesellschaft mit eigenem Vermögen und beschränkter Haftung der Gesellschafter. Das Mindeststammkapital beträgt €25.000. Die GmbH ist seit Jahrzehnten das Standardmodell für mittelständische Unternehmen in Deutschland.

UG (Unternehmergesellschaft, haftungsbeschränkt): Die UG ist eine „kleine Schwester" der GmbH. Sie wurde 2008 eingeführt, um Gründern eine günstigere Alternative zu bieten. Das Mindeststammkapital beträgt nur €1 (theoretisch). De facto werden meist €1–€100 eingezahlt. Die UG ist dann eine GmbH mit Sparplan: Die Gewinne werden zu 25% automatisch thesauriert, bis die UG zu einer GmbH wird.

Gründungskosten und laufende Gebühren: Der finanzielle Unterschied

GmbH Gründungskosten:

UG Gründungskosten:

Die UG spart auf den ersten Blick €200–300 und vor allem: Sie müssen kein €25.000 Kapital einzahlen.

Laufende Gebühren pro Jahr:

Hier spart die UG also nicht signifikant.

Mindestkapital und die praktische Realität

Der Kern der Unterscheidung ist das Stammkapital:

GmbH: €25.000 Mindestkapital Sie müssen €25.000 in die Gesellschaft einzahlen (oder durch Sacheinlagen, z.B. Maschinen, Grundstücke). Dieses Geld kann später mit Gewinn entnommen werden, aber es muss für die Gründung vorhanden sein.

Ein Vorteil: Mit €25.000 kann die GmbH echte Geschäftstätigkeit aufnehmen. Ein Kredit ist einfacher zu bekommen. Geschäftspartner sehen eine gut kapitalisierte Gesellschaft.

UG: €1–€100 Stammkapital Sie zahlen nur €1–€100 ein. Das ist ein großer Vorteil für Gründer ohne Vermögen. Aber es gibt einen Haken:

Die UG muss jedes Jahr 25% der Gewinne thesaurieren (behalten), bis das Stammkapital €25.000 erreicht. Beispiel:

Nach etwa 2–3 Jahren (je nach Gewinn) wird die UG zu einer GmbH umgewandelt.

Dieser Automatismus kann vorteilhaft sein (erzwingt Sparsamkeit), kann aber auch nachteilig sein (weniger Liquidität für Inhaber).

Haftung und Schutz: Beide sind gleich

Ein weit verbreiteter Irrtum: Die UG habe weniger Haftungsschutz als die GmbH. Das ist falsch.

Beide Formen bieten beschränkte Haftung auf das Gesellschaftsvermögen. Das heißt:

Ein Unterschied: Wenn die UG massiv unterkapitalisiert ist (z.B. nur €1), können Gerichte in Ausnahmefällen die Haftungsprivilegien durchbrechen. Aber das ist selten. Mit €50–100 Stammkapital ist das Risiko minimal.

Steuern: Völlig identisch

Körperschaftsteuer (KSt): Beide zahlen 15% Körperschaftsteuer auf Gewinne

Gewerbesteuer: Beide zahlen identische Gewerbesteuer (abhängig von Gemeinde und Hebesatz)

Solidaritätszuschlag: Beide zahlen 5,5% auf die Körperschaftsteuer

Gewinnausschüttungen: Die Ausschüttung von Gewinnen an Eigentümer ist in beiden Fällen mit dem Abgeltungsteuer-Steuersatz verseuert (25% + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer)

Der einzige Unterschied: Die UG zwingt Sie, 25% des Gewinns zu thesaurieren, was die Ausschüttung reduziert. Das ist kein Steuervorteil, nur eine Liquiditätskontrolle.

Die praktische Entscheidung: Wann welche Form?

Wählen Sie die UG, wenn:

Wählen Sie die GmbH, wenn:

Der Umwandlungs-Path: Von UG zu GmbH

Das ist ein Vorteil der UG: Sie können später einfach zur GmbH werden.

Sobald die UG €25.000 Stammkapital hat (durch Thesaurierung), können Sie „umbenennen" und die Gesellschaft wird eine vollwertige GmbH. Die Umwandlung ist relativ formlos und kostengünstig (ca. €200–500 für Notar und Register).

Das bedeutet: Die UG ist kein „Fehler", den Sie später bedauern, sondern ein beabsichtigter Pfad für Gründer mit wenig Kapital.

Ein Rechnung-Beispiel: Die tatsächlichen Unterschiede

Szenario: Startup mit €40.000 Gründungskapital

Option 1: Gründen als GmbH

Option 2: Gründen als UG, später GmbH

Die UG spart ca. €200–300 in Gründungskosten, der Gründer hat aber viel mehr Betriebskapital verfügbar. Das ist der eigentliche Vorteil.

Ein großes Missverständnis: UG ist nicht „weniger seriös"

Manche Gründer fürchten, dass UG-Gesellschaften weniger seriös wirken. Das ist ein Mythos. Eine korrekt gegründete und geführte UG ist rechtlich gleichwertig mit der GmbH. Geschäftspartner, Banken und Investoren nehmen sie ernst.

Allerdings: Wenn Ihre UG nur €1 Stammkapital hat, kann das misstrauisch wirken. Mit €50–100 ist es normal.

Fazit: UG oder GmbH? Anfangskapital entscheidet

Die Wahl ist im Kern eine Frage des Anfangskapitals und der Ausschüttungsfreiheit:

Für viele Gründer ist die UG ein sauberer Weg: Sie gründen mit €50–100, sparen parallel aus den Gewinnen, und wechseln nach 2–3 Jahren zur GmbH, wenn sie stabil sind. Die Gesamtkosten beider Wege sind ähnlich, aber die UG erlaubt Ihnen, mit weniger Kapital zu starten.

Lassen Sie sich von Beratergebühren nicht täuschen – beide Formen kosten ähnlich viel in der laufenden Verwaltung. Der Unterschied liegt in den Gründungskosten und dem erforderlichen Mindestkapital.

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